01. September 2026

Untätig sein ist nicht die Folge der Erleuchtung.
Spirit in ONE, Eva und Marco Bühler, September 2026

Durch meditierende Praxis ist plötzlich oder zunehmend festzustellen, dass alle Formen, also alles Konkrete in unserem Alltag inkl. unsere eigene Körperlichkeit, so nicht existiert, sondern vielmehr die Form des Bodenlosen ist, welches wir sind. Es stellt sich die Erfahrung ein, das Bodenlose zu sein, welches jeweils unzählige Formen annimmt inklusive die eigene Körperlichkeit. In diesem Zusammenhang gibt es oft ein grosses Missverständnis bei jenen, welchen diese Erfahrung noch fremd ist.

Das Missverständnis besteht darin, dass obige Aussage so verstanden wird, dass es das Konkrete in unserem Alltag inkl. unsere eigene Körperlichkeit nicht gebe. In der Folge ergibt sich dann die Vorstellung, dass das Konkrete weg meditiert werde, dass Meditation eine Flucht aus der Welt sei. Und weiter: Diese Flucht führe zur Aufgabe von Verantwortung und zu einer untragbaren Passivität. Für jene, welche sich für Verbesserungen engagieren, führt dieses Verständnis zu Tränen und tiefer Traurigkeit oder zu Aggression, welche die Meditation ablehnt.

Schön blöde Bescherung!… Doch halt! So ist das nicht!

Oben wurde nicht gesagt, dass es das Konkrete in unserem Alltag inkl. unsere eigene Körperlichkeit nicht gebe. Sondern, dass es SO nicht existiert! Es sind keine losgelösten Dinge, denen man gegenübersteht. Sie sind gemeinsam das Bodenlose, welches sich als sie formt, ohne sich von ihnen zu trennen. Und daraus ergibt sich grosses Mitgefühl. Aber kein Mitgefühl eines Ich mit den Dingen da draussen. Sondern, da ist einfach ein Mitfühlen des Bodenlosen mit seiner eigenen Form, im Grunde mit sich selbst.

Und so ergibt sich tatsächlich verantwortungsvolles Handeln. Doch es ist die Frage, wem dieses Handeln folgt: Einem Ich oder seinem eigenen bodenlosen Dasein? Beim zweiten ist oft zu tun, was sich gerade als stimmig zeigt, ohne Wissen um das Warum. Und das wiederum setzt voraus, sich selber als das Bodenlose zu erfahren.

Willkommen meditierende Praxis, willkommen äussere und innere Stille, welche du dasselbe bist.