17. Juni 2026

Jede Emotion hat eine Begrenzung. An der Grenze wird es spannend.
Spirit in ONE, Eva und Marco Bühler, Juni 2026

Bei einem strafrechtlichen Delikt wird unsere Schaulust geweckt. Wir gaffen regelrecht hin und suhlen uns im Geschehen. Mitreden, spekulieren, urteilen ist angesagt. Jedoch nur dem Detektiv gelingt es, anders zu schauen. Er verweilt in der Gesamtschau und erkennt so auch die Details, welche am Rand der Tat liegen. Dort wird es für ihn spannend.

Die Emotionen haben es genauso an sich. Wir pflegen uns in ihnen zu suhlen, wobei das Suhlen in einer Vielzahl von Formen stattfindet. Wir verharren bei der Emotion, indem wir sie gedanklich oder in Worten wälzen oder wir Erstarren in ihr, wir ziehen uns zurück oder wir agieren sie extrovertiert aus. Eine der häufigsten Formen ist die Beschäftigung mit dem Warum. Nicht umsonst gilt in den östlichen Traditionen die Frage nach dem Warum als Fangfrage.

Da ist jedoch auch dasjenige, welches die Emotion hervorbringt. Und damit ist nicht die Ursache der Emotion gemeint, sondern ihre Begrenzung. Dazu ist es notwendig, ganz bei der Emotion zu verweilen, sie zu spüren, sie wahrzunehmen, ganz genau zu schauen. Jedoch ohne auf das Wahrgenommene zu reagieren. So gilt es ganz die Schau zu sein. Und dann ist da auch die Begrenzung. Nicht als Gedanke, sondern wahrgenommen. Jenseits der Begrenzung ist nichts Konkretes. Die Emotion endet und da ist nichts. Nur das Medium, welches sich auch als Emotion aufbäumt. Sei ganz dieses Medium, wobei mit Medium nicht der Vermittler zwischen Diesseits und Jenseits gemeint ist. Sei ganz dieses Medium, der Träger von allem, welcher sich auch als die Emotion aufbäumt.

Willkommen, Meditierender, welcher nichts anderes als Medium ist.